Königspaar 2013: Peter Berkemeier mit Ehefrau Anja Foto: Simon Beckmann


Schützenkönig 2013

Hofstaat 2013 Foto: Simon Beckmann

Peter Berkemeier ist neuer König der Walstedder Bürgerschützen. Mit dem 477. Schuss holte er am Samstagabend gegen 21 Uhr das hölzerne Federvieh von der Stange. Zu seiner Mitregentin erwählte er seine Ehefrau Anja. Bereits am Freitag hatten die Schützen viele langjährige Schützenbrüder für ihre Treue geehrt.
Von Nicole Krellmann (Westfälische Nachrichten)

Den vergangenen Samstag wird der Walstedder Peter Berkemeier wohl Zeit seines Lebens nicht vergessen. Schließlich gab es gleich drei Gründe, um ausgiebig zu feiern. So hatte der Walstedder Geburtstag, Namenstag, und obendrein durfte er sich am Abend auch noch die Schützenkette um den Hals hängen lassen.

Mit dem 477. Schuss holte Berkemeier, der in Walstedde bei den meisten als „Pitto“, der „Spieß“ oder auch als der „Vogelbauer“ bekannt ist, den Vogel von der Stange. Und wer sollte das besser hinkriegen als er, der den Vogel zuvor selbst angefertigt hatte? Zu seiner Königin erwählte der neue Regent Ehefrau Anja.

Vorab mussten natürlich die Insignien verteilt werden. Mit dem 36. Schuss errang Thomas Dreyer den Apfel. Der neue König selbst schoss mit dem 60. Schuss die Krone ab. Nach dem 62. Schuss konnte Udo Kerkmann das Zepter sein Eigen nennen, bevor Jan Schulze Berge mit dem 128. Schuss das Fass zum Fallen brachte.

Bevor sich Peter Berkemeier endlich traute, den entscheidenden Schuss zu tätigen, hatte es einiger Überredungskünste bedurft. So fiel das zähe Federvieh erst um 21 Uhr. Und als „Pitto“ fast am Ziel war, machten es zwei weitere Mitstreiter, die kurz vor Schluss in das Ringen um die Königswürde eingestiegen waren, noch einmal spannend.

Begonnen hatte das Schützenfest bereits am Freitagabend mit dem traditionellen Antreten auf dem Kirchplatz. Der letztjährige König, Rainer Hoffstedde, überbrachte 120 angetretenen Schützen jedoch nicht nur erfreuliche Nachrichten. So hatte er sich in der vergangenen Woche den Fuß gebrochen, und seine Mitregentin Maria Greive musste ohne ihn die Schützenreihen abgehen. Dafür legten die beiden den anschließenden „Marsch“ durch das Lambertusdorf gemütlich im Cabriolet zurück. Es folgten ein Gottesdienst im Schützenzelt, der von Pfarrer Matthias Hembrock und Pfarrer Markus Möhl zelebriert wurde, sowie das Aufsetzen des Vogels „RaMa dem kernigen Brocken“. Auch wurden langjährige Mitglieder des Schützenvereins geehrt. Steffen Grünewald erhielt als neuer „Bierkönig“ der Avantgarde einen Pokal.

Am Samstag war dann für das letztjährige Königspaar der letzte Tag als amtierende Majestäten gekommen. Mit dem Zitat Bismarcks „Wir sind nicht auf dieser Welt, um glücklich zu sein, sondern, um unsere Pflicht zu tun“ brachte Rainer Hoffstedde einige Schützen zum Schmunzeln. „Ich habe die Pflicht eines Schützen erledigt und bin nun glücklich“, ergänzte er und bedankte sich mit Königin Maria für das „tolle Jahr“, bevor die beiden in der Kutsche – gefolgt von Avantgarde, dem Spielmannszug Walstedde, dem Blasorchester Herringen, der Avantgarde, der Kinderkompanie und den angetretenen Schützen – durch das geschmückte Dorf zogen. Am Ehrenmal wurde den verstorbenen Schützenbrüdern gedacht, bevor auf dem Schützenplatz der erste Schuss fiel. Nach der Proklamation tanzten und feierten die Walstedder zur Musik von „Night & Day“ bis in die frühen Morgenstunden.

Am Sonntag fand auf dem Kirchplatz ein Platzkonzert des Blasorchesters Herringen statt. Nachmittags wurde das neue Königspaar abgeholt, das sich samt Hofstaat bei der Parade auf der Dorfstraße feiern ließ. Am Abend folgten die Polonäse und der große Zapfenstreich. Höhepunkt war der Königsball.


Verabschiedung in der Avantgarde

Ehrung und Verabschiedung nach 15 Jahren Garde Kommandeur Hendrick Westhues mit Daniel Heinrichs, Markus Krellmann, Martin Allendorf, Thomas Rubbert, Stephan Kiesel (v.l.) - Foto: Thorsten Rosendahl

Auch die Garde hatte etwas, oder jemanden, auf dem diesjährigen Schützenfest zu feiern.
Nach 15 Jahren verlassen 5 Gardisten die Avantgarde um sich in die Reihen der "normalen" Schützenbrüder und -schwestern einzureihen.
Zu ihrem letzten Fest in Uniform wurden die Gardisten noch gebührend verabschiedet und gefeiert.

Mehr dazu hier: Avantgarde