1872 - 1973 - Einhundert Jahre Bürgerschützenverein Walstedde ist Anlaß zur Freude und zur zufriedenen Rückschau,es ist jedoch auch weiter Anlaß zur Besinnung auf den Weg in die Zukunft.

Vom Gründungsjahr des Bürgerschützenvereins 1873 schließt man unwillkürlich auf die Gründingsjahre der Undustrie im neu entstandenen 2. Deutschen Reich, in einem Jahr des wirtschaftlichen Aufschwungs, aber auch den Jahren des gesellschaftlichen Umorientierung von der starken Familientradition in die individuelle Institution. Gibt dann die Gründung eines Bürgerschützenvereins in dieser Zeit nicht viel Gedanken auf?

Wenn früher der Bürger auszog, sein Heim und sein Gemeinwesen mit der Waffe zu schützen, so trat doch spätestens zu dieser Zeit ein anderer Wert aus. Es galt nicht mehr, gegen einen bewaffneten Widersacher anzutreten, jetzt galt und gilt es, einen gesellschaftlichen Umbruch steuern zu helfen, vor allem die Gemeinschaft und den Gemeinsinn zu fördern. Immer wieder wird sich die Ordnung einer Gesellschaft verändern und immer wieder werden neue Wege und neue Maßstäbe gesetzt. Die moralischen und ethnischen Grundbegriffe sind aber nicht wandelbar. Diese zu verteidigen muss auch heute noch oberstes Gebot sein. Setzt hier nicht schon das Gründungsjahr den Anfang, muß hier nicht der heute soviel abgewerteten Tradition wieder das rechte Maß gegeben werden? Diese Fragen werfen sich auf und sollen uns immer neu zu einem klärenden Gespräch miteinander verbinden.

In dem Wissen, daß der Bürgerschützenverein Walstedde seine Aufgabe sieht und dieser nachgeht, möchte ich im Namen der Gemeinde dem Verein und seinem rührigen Vorstand für seine Haltung im gesellschaftlichen Leben unserer Stadt Dank und Anerkennung sagen.

Der sicherlich großen Zahl lieber Gäste rufe ich ein herzliches Willkommen in unserer Gemeinde zu. Dem Fest selbst wünsche ich guten Verlauf und dem Jubelverein weiter ein gutes Bestehen zum Wohle und zur Freude aller Bürger.


Fels

Bürgermeister